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Die Urtinkturen sind Zubereitungen in flüssiger Form, die aus der Mazeration der Pflanze in einer Lösung aus Wasser und Alkohol gewonnen werden. Diese in der Kräutermedizin und Homöopathie weit verbreiteten Produkte nutzen die Wirkstoffe frischer Pflanzen, die durch die Mazeration in Alkohol angereichert werden. Urtinkturen werden aufgrund ihrer besonderen Zusammensetzung auch als "hydroalkoholische Extrakte" bezeichnet. Urtinkturen haben jedoch den Nachteil, dass sie nicht titriert oder standardisiert werden, dh es handelt sich nicht um Produkte, bei denen die Menge der enthaltenen Wirkstoffe mit Sicherheit bestimmt werden kann. Im Allgemeinen enthalten hydroalkoholische Extrakte (oder Urtinkturen) eine geringere Menge an Wirkstoffen als andere pflanzliche Heilmittel. Die Homöopathie hingegen misst der Urtinktur große Bedeutung bei, da in dieser "Wissenschaft" Pathologien mit Produkten behandelt werden, in denen infinitesimale Dosen des Wirkstoffs gelöst sind. Eine Urtinktur mit Pflanzenextrakten kann jedoch nicht als homöopathisches Mittel definiert werden, sondern nur als pflanzliches Präparat oder Nahrungsergänzungsmittel. Angesichts der aus phytotherapeutischer Sicht vernachlässigbaren Ergebnisse von Urtinkturen ist es bevorzugt, hydroalkoholische Extrakte nur mit Pflanzen herzustellen, deren Wirkung durch die Anwesenheit von Alkohol verstärkt wird. Tatsächlich können Urtinkturen in Propolis, Calendula, Weißdorn, Birke, Iberischem, Zitronenmelisse, Pilosella, Fucus, Passionsblume, Ribes Nigrum, Löwenzahn, Baldrian und Bärentraube verwendet werden. Die Urtinktur hat die gleichen Wirkungen wie die Pflanze, aus der sie extrahiert wird, obwohl sich für jede Pflanzenart das Verhältnis zwischen der alkoholischen Lösung und den gelösten Pflanzenteilen ändert. Eine Urtinktur wird mit frischen Pflanzenteilen (Blätter, Blüten oder Blütenspitzen) zubereitet, die etwa zwanzig Tage lang verschwendet werden. Nach dieser Zeit wird das Präparat filtriert und an einem trockenen, lichtgeschützten Ort einige Tage gelagert. Die empfohlene Dosierung für Urtinktur beträgt 40 oder 50 Tropfen, die zwei- bis dreimal täglich in einem Glas Wasser gelöst werden. Die Dosis sollte für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen reduziert werden. Aufgrund des Alkoholgehalts sollte dieses Mittel bei Leberproblemen oder Gastritis nicht angewendet werden. Die Urtinkturen werden in Kräutermedizin, Pharmazie und Parapharmazie gekauft. Bei ungenutzten Verpackungen ist ihr Verfall das gleiche wie bei Arzneimitteln (drei oder fünf Jahre). Die Kosten für diese Zubereitungen sind leicht zugänglich und liegen zwischen sechs und zwanzig Euro für 50-ml-Glasflaschen.