Auch

Decotti


Bei den Abkochungen handelt es sich um pflanzliche Heilmittel, bei denen die Extraktion der pflanzlichen Wirkstoffe durch Kochen des Wassers und der gleichzeitig verwendeten Pflanzenteile erfolgt. Klassische Abkochungen werden zubereitet, indem Wasser und Pflanzenteile in einem Topf einige Minuten lang zum Kochen gebracht werden. Mit den Abkochungen werden die Wirkstoffe von extrem harten oder ledrigen Pflanzen wie Rinden, Wurzeln, Samen oder sehr dicken Blättern extrahiert. Mit diesen Pflanzenteilen können durch den Siedevorgang die Wirkstoffe der Pflanze optimal genutzt werden, die sonst nicht extrahiert werden könnten. Längeres Kochen kann auch das Verteilen und Verdampfen von flüchtigen Substanzen und Vitaminen verursachen, wodurch die vorteilhaften Wirkungen der wässrigen Lösung zunichte gemacht werden. Aus diesem Grund werden die Abkochungen nicht mit Pflanzen zubereitet, die nicht sehr kochfest oder zu dünn und zart sind. Die Abkochungen sind nicht für aromatische Pflanzen geeignet, da beim Kochen die Wirkstoffe mit wohltuenden Effekten verdunsten. Ebenfalls zu vermeiden sind Abkochungen auf der Basis von thermolabilen Pflanzen, dh auf der Basis von Arten, die wenig kochresistent sind. Die widerstandsfähigsten Pflanzen hingegen setzen beim Garen langsam alle Wirkstoffe und auch unbrauchbare Substanzen frei, die nach dem Abkochen gefiltert werden müssen. Im Allgemeinen wird das Abkochen vorbereitet, indem die zu verwendenden Teile des Arzneimittels in kaltem Wasser eingeweicht werden. Nach der Mazeration wird die Mischung fünf bis dreißig Minuten lang zum Sieden gebracht (die Kochzeit variiert je nach verwendeter Pflanze). Das Präparat wird abkühlen gelassen, filtriert und dann nach einer bestimmten Dosierung getrunken. Für eine wirkliche Wirksamkeit müssen die zu kochenden Pflanzenteile im Verhältnis zur verwendeten Wassermenge stehen. Der Standard ist ein Pflanzenteil für jeweils zwanzig Teile Wasser. Die Wirkstoffkonzentration des Aufgusses ist höher als die des Aufgusses, da ein Teil der nützlichen Substanzen beim Kochen verloren geht. Aus diesem Grund werden Abkochungen in der modernen Kräutermedizin nur selten eingesetzt. Bei den noch verwendeten handelt es sich um Pflanzen mit beruhigender, verdauungsfördernder, entzündungshemmender und schleimlösender Wirkung. Unter den beruhigenden Abkochungen erinnern wir uns, dass sie auf Hopfen basieren und sich zur Bekämpfung von Schlaflosigkeit eignen. Unter den verdauungsfördernden ist das Abkochen von Ingwer zu erwähnen, während bei den expektorierenden und entzündungshemmenden das Abkochen von Farfaraccio bzw. Parietaria hervorzuheben ist. Die Abkochungen zur Bekämpfung von Beschwerden wie Husten und Blasenentzündung bestehen eigentlich aus Pflanzenmischungen. Tatsächlich enthält der Pestwurz-Sud auch Teile von Enula und Lakritz, während der Sud von Parietaria auch Schachtelhalm, Mais und Bermudagras enthält.